Datum
30.11.2019
Themenbereiche
Anpassung an den Klimawandel
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RAIN_Reise Ghana

Reisebericht RAIN

Anfang November 2019 reiste eine Delegation von zwölf Experten der verschiedenen deutschen Projektpartner des CLIENT II Projektes RAIN nach Ghana, um die ghanaischen Partner persönlich zu treffen, einen gemeinsamen Prozess zu entwickeln und zu entscheiden, wo und wie mit den praktischen Versuchen begonnen werden soll.

Anfang November 2019 reiste eine Delegation von zwölf Experten der verschiedenen deutschen Projektpartner des CLIENT II Projektes RAIN nach Ghana, um die ghanaischen Partner persönlich zu treffen, einen gemeinsamen Prozess zu entwickeln und zu entscheiden, wo und wie mit den praktischen Versuchen begonnen werden soll.

Ghana, das im Golf von Guinea in Westafrika liegt, ist durch zwei Regenzeiten und Dürreperioden gekennzeichnet. Während die nördlichen Teile unter schwerer Trockenheit leiden, kämpft der Süden während der Regenzeiten mit Überschwemmungen und der Verschmutzung der Wasserreservoire. An dieser Stelle knüpft das Forschungsprojekt RAIN an die Probleme von Überschwemmungen sowie Trockenheit an und strebt an innovative Lösungen wie intelligente Wassermanagementkonzepte, Frühwarnsysteme und Wasseraufbereitung mit lokalen Ressourcen zu finden.

Neben dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Ausloten der Möglichkeiten  des Instituts war das Hauptziel, eine geeignete Region für die Pilotanlagen zu identifizieren. Dazu wurden von den beiden akademischen Partnern, dem Institut für Umwelt- und Abwasserstudien (IESS) der Universität Ghana und der Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST), mehrere Vereinbarungen getroffen. Die deutsche CLIENT II-Gruppe besuchte einige Standorte in der Nähe von Accra im Distrikt Adenta sowie einige Standorte in der Nähe von Kumasi auf universitätseigenem Land. Beide Gebiete waren in verschiedener Hinsicht interessant, da z.B. unterschiedliche Arten von lokalen Plantagen und Bewässerungsmethoden und Wasserreservoire vorhanden waren. Es wurden Wasserproben entnommen, um zu prüfen, ob die Teiche für die Prüfung der verschiedenen vorgesehenen Wasseraufbereitungsmethoden geeignet sind. Da die ordnungsgemäße Analyse von Wasserproben eine Herausforderung darstellt, sind die deutschen Partner froh, Envaserv als einen ihrer lokalen Partner zu haben, da sie Experten in der Laboranalyse und Datenbereitstellung sind.

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Die deutsche Delegation zu Gast bei Envaserv. © FiW e.V.

Die Delegation besuchte die Analyselabors des ghanaischen Partners Envaserv, von dessen hohen Laborstandards und hochqualifizierten Mitarbeitern das Projekt profitieren wird. Darüber hinaus hatte die Delegation die Möglichkeit, das Campusgelände der Universität von Ghana und des KNUST zu besuchen. An der Universität von Ghana wurde ein Rundgang durch den riesigen Campus und die botanischen Gärten gemacht.

Im Rahmen des Campusbesuchs am IESS sowie an der Abteilung für Planung und Bauwesen des KNUST hatte die deutsche Delegation die Möglichkeit, mit den verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universität zu sprechen. Die Hauptziele, wie die Einbeziehung der lokalen Gemeinden und der Studierenden in die Entwicklung von Schulungen und eines Frühwarnsystems für Überschwemmungen, wurden diskutiert.

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Zu Gast bei IESS. © FiW e.V.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die verschiedenen Perspektiven, die während der Reise erlernt wurden, für die nächsten Projektschritte von Nutzen sein werden. Insbesondere das Kennenlernen der Partner und ihrer Einrichtungen sowie einiger möglicher Pilotgebiete wird bei der Auswahl der genauen Standorte für die praktischen Experimente helfen. Nachdem diese Entscheidung getroffen ist, werden die nächsten Schritte gemeinsam geplant und erste Studienprojekte ausgehändigt. Die deutschen Projektpartner sind mit neuen Eindrücken und frischen Ideen nach Hause gegangen sind, die nun in der Zusammenarbeit genutzt werden, um das Projekt voranzutreiben.

Das Verbundprojekt "RAIN - Nachhaltige Technologien und Dienstleistungen zur Anpassung an den Klimawandel in hochwasser- und trockenheitsgefährdeten Siedlungsgebieten in Ghana" des BMBF-Programms CLIENT II befasst sich mit Hochwasserschutz und Regenwassernutzung in Ghana. Es zielt auf ein innovatives, ganzheitliches Konzept, das sowohl die technische Anpassung an den Klimawandel als auch den Aufbau von Kapazitäten umfasst.

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© FiW e.V.