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Fast Facts
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Landmanagement
Regionaler Schwerpunkt
Vietnam
Laufzeit
01.12.2022 - 30.11.2025
Fördervolumen
1.608.000 €
Förderkennzeichen
01LZ1806A
SDG Beiträge

Kein Hunger

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Kein Hunger
Nummer
2

Keine Armut

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Keine Armut
Nummer
1
Kontakt

Projektkoordination: Forschungszentrum Jülich GmbH - Institut für Bio- und Geowissenschaften (IBG), Agrosphäre (IBG-3)

Ansprechpartner: PD Dr. Lutz Weihermüller

Adresse: Wilhelm-Johnen-Straße, 52428 Jülich

Tel.: +49 2461/61-8669

E-Mail: l.weihermueller(at)fz-juelich.de

 

Projektpartner in Deutschland:

  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn - Landwirtschaftliche Fakultät - Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz (INRES) - Allgemeine Bodenkunde und Bodenökologie
  • United Nations University - Institute for Environment and Human Security (UNU-EHS)
  • KIAG Knowledge Intelligence Applications GmbH
  • Gesellschaft für Angewandte Landschaftsökologie und Umweltplanung (LUPO) GmbH, Trippstadt

 

Projektpartner in Vietnam:

  • Can Tho University (CTU), Ninh Kiu District, Cn Thơ
  • Department of Cultivation and Plant Protection of Vinh Long Province (DCPP)

 

 

OrganoRice

Organische Reisproduktion im Mekong-Delta

In Vietnam steht der konventionelle Reisanbau stark unter ökonomischem und ökologischem Druck. Gleichzeitig steigt die nationale und globale Nachfrage nach ökologischen Produkten. Daher hat sich OrganoRice zum Ziel gesetzt, die Umstellung auf ökologischen Landbau durch eine enge Zusammenarbeit vietnamesischer und deutscher Partner zu begleiten. Neben den rein landwirtschaftlichen Rahmenbedingungen wird die gesamte Wertschöpfungskette transparent gemacht, analysiert und optimiert. Dabei wird ein Schwerpunkt auf die Integration alle relevanten Akteure gelegt.

Ökologischer Reisanbau im Einklang mit der Natur

Das übergeordnete Ziel des OrganoRice-Projektes ist es, den Ausbau des ökologischen Reisanbaus in Vietnam, insbesondere in der Modellprovinz Vinh Long im Mekong Delta, zu unterstützen und den Umstellungsprozess von konventionellem auf ökologischen Reisanbau wissenschaftlich zu begleiten. Für eine erfolgreiche Umstellung müssen neben wissenschaftlichen Fragestellungen wie der Reduzierung der Boden- und Gewässerbelastung durch Pestizide und Schwermetalle, der Einführung einer optimalen Düngung oder eines ökologischen Pflanzenschutzes auch alle relevanten sozioökonomischen Aspekte wie die verbesserte Einkommenssituation der Reisbauern und -bäuerinnen, die Vermarktung der Produkte etc. untersucht werden. Eine besondere Herausforderung im Umstellungsprozess und für dessen Erfolg ist die ausreichende Berücksichtigung der kulturellen Identität und Integration der einzelnen Bauern und Bäuerinnen in das soziale Gefüge der Dorfgemeinschaft. Daher setzt das OrganoRice-Projekt auf die direkte Kommunikation mit der ländlichen Bevölkerung. Um einen nachhaltigen Erfolg der Umstellung zu gewährleisten, sind sowohl wichtige lokale Akteure (z.B. Landwirte und -wirtinnen, Behörden, Handelsunternehmen) als auch lokale wissenschaftliche Einrichtungen (Can Tho Universität) stark in das Projekt eingebunden.

Reisfelder
Intensive Reisproduktion in der Ving Long Provinz im Mekong Delta, Vietnam. © Lutz Weihermüller

Digitale Lösungsansätze

Um den Landwirten und -wirtinnen und politischen Institutionen vor Ort eine Entscheidungshilfe für geeignete Umstellungsregionen in der Provinz Vinh Long über die Projektflächen hinaus zu geben, soll eine räumlich explizite Opportunitätskarte mit Empfehlungen und detaillierten Informationen für potenzielle ökologische Reisanbaugebiete in der Provinz Vinh Long entwickelt werden, in der die für die biologische Reiserzeugung geeigneten Gebiete ausgewiesen werden. Diese Karte wird den Akteuren, einschließlich der regionalen Verwaltung, für die weitere Entwicklung des ökologischen Reisanbaus in der Region zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wird eine innovative, wissensbasierte digitale Informationsplattform entwickelt und implementiert, um den Datenfluss und die Datenvisualisierung für alle Beteiligten  von Landwirten und -wirtinnen über Händler und Händlerinnen bis hin zu politischen Entscheidungstragenden  zu unterstützen. Zweitens wird ein Rückverfolgbarkeitstool "WeTrace" für die spezifischen Bedürfnisse von Bioreis im Mekong Delta entwickelt, um Vertrauen in die Herkunft der Produkte zu schaffen und so die Binnennachfrage nach Bioreis zu stabilisieren, und die Exportchancen zu erhöhen. Alle Daten, die digitale Informationsplattform und "WeTrace" werden der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und sollen dazu beitragen, den ökologischen Reisanbau auch über die Finanzierungsphase des Projekts hinaus zu stärken und auszuweiten.

Projektablauf
Informationsplattform für die digitale Speicherung aller Daten, die für WeTrace benötigt werden. © Lutz Weihermüller

Transparenz als Schlüssel zum Erfolg

An dem Vorhaben sind neben wissenschaftlichen Einrichtungen aus Deutschland (Forschungszentrum Jülich GmbH, Universität Bonn, UNU Bonn) und Vietnam (Can Tho Universität) auch Firmen beteiligt, die ihre langjährige Erfahrung in Vietnam in das Projekt einbringen. Besonderes Augenmerk im OrganoRice Projekt hat die Erfassung und systematische Auswertung von Daten und Informationen, die jeden Schritt der Umstellung identifizieren und verifizieren, um eine lückenlose Nachverfolgbarkeit der biologischen Reisproduktion zu gewährleisten. Dabei kommt KIAG mit ihrer langjährigen interdisziplinären Expertise im Bereich digitaler Supply-Chain-Lösungen für praxisnahe Ansätze für eine globale und nachhaltige Wirtschaft eine zentrale Rolle zu. Die so gewonnene Transparenz soll Vertrauen in alle Beteiligten der Wertschöpfungskette erzeugen und Risiken minimieren.

OrganoRice: Vietnamesische Studierende nutzen App zur Erfassung der Land- und Pestizidnutzung im Mekong Delta

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Abbildung: Darstellung der erfassten Daten auf einem Kartenserver auf der OrganoRice Homepage.
Im Rahmen des OrganoRice Projektes nutzen vietnamesische Studierende der Cần Thơ Universität eine im Projekt entwickelte App zur Erfassung der Land- und Pestizidnutzung. Die App erlaubt nach einem kurzen Training die schnelle Erfassung der Landnutzung sowie zusätzlicher Informationen zur Bewässerung und Fruchtfolge, welche aus Interviews mit Landwirt:innen gewonnen werden. In der App können zusätzlich Fotos der aktuellen Situation hochgeladen werden.