Datum
24.02.2020
Themenbereiche
Nachhaltige Energiesysteme
Regionen
Senegal
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Die deutsche Delegation mit Projektpartnerinnen und –partnern aus der Gemeinde Balinghore im Senegal.

LoSENS-Exkursionen Ende 2019 und Anfang 2020

Ende November und Anfang Dezember 2019 besuchten die Teams des IfaS und der Hochschule Nürtingen-Geislingen die Projektgebiete im Senegal, um sich mit den Partnern zu treffen, Daten zu sammeln und die Planung und Beschaffung der Investitionen voranzutreiben.

Ende November und Anfang Dezember 2019 besuchten die Teams des IfaS und der Hochschule Nürtingen-Geislingen die Projektgebiete im Senegal, um sich mit den Partnern zu treffen, Daten zu sammeln und die Planung und Beschaffung der Investitionen voranzutreiben. Die deutsche Gemeinde Nohfelden konnte sich dem ersten Teil der Reise dank der Finanzierung durch die SKEW (Servicestelle Gemeinden in der Einen Welt) anschließen, um eine gemeindebasierte, entwicklungspolitische Kooperationspartnerschaft mit einem der LoSENS-Projektpartner, der Gemeinde Balinghore, zu starten. Diese Partnerschaft kann u.a. dazu dienen, konkrete Projekte zu realisieren und zu finanzieren, um die nachhaltigen Energiewende zu fördern.

Im ersten Teil der Reise Ende November 2019 besuchte die deutsche Delegation mehrere Einrichtungen in Balinghore, um Daten zu sammeln und Maßnahmen und Empfehlungen für eine nachhaltige Entwicklung und ein Energiemanagement auf lokaler Ebene zu skizzieren. Die Besuche vor Ort umfassten das Wasserversorgungssystem mit Wassertürmen und Pumpstationen, die gemeindeeigenen Einrichtungen wie Schulen und Gesundheitszentren, bestehende Biogasanlagen auf Haushaltsebene sowie landwirtschaftliche Initiativen, die hauptsächlich von Frauenkooperativen unterstützt und betrieben werden.

Besichtigung einer örtlichen Schule in Balinghore und Inspektion ihrer Brunnen zur Frischwasserversorgung.
Besichtigung einer örtlichen Schule in Balinghore und Inspektion ihrer Brunnen zur Frischwasserversorgung. ©IfaS/Ulrike Kirschnick

Nach dem Besuch von Balinghore im Süden reiste das Team von IfaS und Nürtingen-Geislingen in den Norden des Senegals in das zweite Projektgebiet, die Stadt Saint Louis. Ähnlich wie die Aktivitäten in Balinghore standen auch in Saint Louis Standortbesichtigungen und Projekttreffen mit den senegalesischen Partnern auf der Tagesordnung und halfen, die Datenerhebung und Konkretisierung der Masterpläne und Pilotprojekte voranzutreiben. Vor der Ankunft in Saint Louis traf IfaS bei einem Zwischenstopp in Dakar mit lokalen Unternehmen, die PV-Anlagen bauen und betreiben, zwei Zweigstellen der GIZ sowie mit Projektpartnern der Universität Cheikh Anta Diop und der Zentrale der ONAS (Office National de l'Assainissement du Senegal) zusammen, um Synergiepotenziale zu untersuchen und Informationen auszutauschen.

Treffen mit Forschern der Cheikh-Anta-Diop-Universität in Dakar im Dezember 2019.
Treffen mit Forschern der Cheikh-Anta-Diop-Universität in Dakar im Dezember 2019. ©IfaS/Ulrike Kirschnick

Im Anschluss besuchte das IfaS auch das lokale Büro der ONAS in Saint Louis, um die Abwasserbehandlung und deren Zukunft sowie die Möglichkeiten zu erörtern, einen Beitrag zur lokalen Energiewende zu leisten, z.B. in Bezug auf Biogaspotenziale und Pumpenmanagement. In Saint Louis wurden Treffen und Workshops mit mehreren Partnern und anderen Interessengruppen durchgeführt, wie z.B. den NGOs Enda Energie und Le Partenariat, der OEZA (Agence Communale de Développement), dem lokalen technischen Dienst (STM), der u.a. für die Straßenbeleuchtung zuständig ist, SENELEC als Stromversorger und Netzbetreiber und SDE (Sénégalaise Des Eaux), die für die Wasserversorgung zuständig ist. An der Gaston-Berger-Universität wurden zwei Workshops speziell zu den Themen Solarenergienutzung und Biogasprojekte und -möglichkeiten organisiert.

Datenerfassung mit Hilfe von Energiezählern.
Datenerfassung mit Hilfe von Energiezählern. ©IfaS/Ulrike Kirschnick

Um auf den Fortschritten der Exkursion im November/Dezember 2019 aufzubauen, besuchte IfaS im Januar 2020 gemeinsam mit dem deutschen Partnerunternehmen KLE Energie GmbH erneut Saint Louis, um die technische Planung der PV-Anlage zu konkretisieren. Trotz der dem senegalesischen Strom- und Energiemarkt innewohnenden Herausforderungen, wie Stromausfälle und begrenzte Netzanschlüsse und Infrastruktur, war der Austausch sehr fruchtbar und führte zu einer Konkretisierung des technischen Plans zur Weiterentwicklung und Umsetzung des PV- und Batteriesystems zusammen mit dem senegalesischen Partner Gaston Berger Universität Saint Louis. Der Höhepunkt der Reise war die Einladung zum regionalen Forum für erneuerbare Energien in Saint Louis, der ersten Veranstaltung dieser Art, die von Le Partenariat und Enda Energie organisiert wurde. Bei dieser Veranstaltung hatte Projektingenieur Samir Rouini die Gelegenheit, das LoSENS-Projekt vielen wichtigen Interessenvertretern vorzustellen, darunter dem Direktor des Kabinetts des senegalesischen Öl- und Energieministeriums, M. Abdoulaye DIA. Diese Sichtbarkeit und Kommunikation des Projekts hat den Austausch mit den relevanten Interessengruppen auf lokaler, aber auch auf nationaler Ebene initiiert und verstärkt, was dem Erfolg und der langfristigen Konsolidierung des Projekts zugutekommt.