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Fast Facts
Klimaschutz/Energieeffizienz
Anpassung an den Klimawandel
Regionaler Schwerpunkt
Vietnam
Laufzeit
01.07.2019 - 30.06.2022
Fördervolumen
2.126.071 €
Kontakt

Koordinator: Universität Stuttgart

Ansprechpartner: Dr. Dirk Schwede

Adresse: Pfaffenwaldring 35, 70563 Stuttgart

Tel.: +49 711 685 62090

E-Mail: dirk.schwede@igte.uni-stuttgart.de

 

Projektpartner in Deutschland:

  • Universität Hamburg;
  • Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., Stuttgart;
  • TAURUS Instruments AG, Weimar; BFW Berufsförderwerk BAU Sachsen e.V., Leipzig;

 

Projektpartner in Vietnam:

  • Vietnamese Institut for Building Materials (VIBM), Hanoi (Vietnam);
  • National University of Civil Engineering (NUCE), Hanoi;
  • Ton Duc Thang Universität (TDTU), Ho Chi Minh City (Vietnam);
  • College of Urban Works Construction (CUWC), Hanoi;
  • Vietnam National Construction Consultants Corporation (VNCC), Hanoi
CAMaRSEC

CAMaRSEC – Klimaangepasste Materialforschung für den sozioökonomischen Kontext in Vietnam

Als Folge der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung in Vietnam, verändern sich die Lebensstile und die Bedürfnisse der Bewohner in neuen Gebäudetypologien mit Materialien, Konstruktionen und Versorgungssystemen, die zuvor nicht üblich waren. Diese Entwicklung führt besonders unter den dortigen anspruchsvollen klimatischen Bedingungen zu weitreichenden bautechnischen und bauphysikalischen Problemstellungen, die dem energieeffizienten und nachhaltigen Bauen entgegenstehen. Das deutsch-vietnamesische Projekt CAMaRSEC unterstützt folglich die Umsetzung und Weiterentwicklung einer energieeffizienten ressourcenschonenden und nachhaltigen Baupraxis. Auf Grundlage interdisziplinärer Problemanalyse und grundlegender Forschung werden effektive Infrastrukturen für die Forschung, Kennwertbestimmung, Training, Ausbildung und den Transfer wissenschaftlicher Ergebnisse in die vietnamesische Bau- und Planungspraxis entwickelt. 

Stand der Wissenschaft und Technik

Als Folge der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung verändern sich die Lebensstile und Bedürfnisse der Menschen in Vietnam. Unter anderem werden neue Gebäudetypologien mit Materialien, Konstruktionen und Versorgungssystemen umgesetzt, die zuvor in Vietnam nicht üblich waren. Mit sich ändernden Komfortansprüchen ändert sich unter anderem auch das Raumklima in den Gebäuden. Damit geht einher, dass Materialien neuen klimatischen Innenraumbedingungen ausgesetzt sind, während das Außenklima extrem warm und feucht ist. Auch ändern sich derzeit die in der vietnamesischen Bauindustrie eingesetzten Materialien und Bausysteme. Beispielsweise werden ungebrannte Mauersteine wie Porenbetonsteine und Betonsteinblöcke als Ersatz für die Erstellung von modernen Wohnhochhäusern beworben, um den Energiebedarf und die Umweltwirkung, die durch die Produktion und den Verbrauch von Ackerland für die Tongewinnung verursacht wird, zu reduzieren. Solche neuen Materialien erfordern jedoch sowohl angepasste Technologien und Verarbeitungen als auch die Integration in den bau- und anlagentechnischen Gebäudeentwurf, um als dauerhafter und nachhaltiger Ersatz für die im Markt etablierten Bauweisen zu bestehen. Besonders das feuchtetechnische Verhalten neuer Materialien ist in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung. Ein Versagen dieser neuen Bautechniken, wie Risse im Putz oder Eindringen von Feuchtigkeit, bringt die neue Baupraxis in Verruf.  Derzeit ist in der vietnamesischen Bauindustrie weder das Wissen zu den bauphysikalischen Eigenschaften noch die Fähigkeiten zum Einsatz dieser Materialien im ausreichenden Maße vorhanden. CAMaRSEC befasst sich folglich mit Problemen, die eine effektive Anwendung der notwendigen Instrumente für energie- und ressourceneffizientes Bauen in Vietnam und insbesondere die erfolgreiche Anwendung des neuen nationalen Energiecodes für die Erstellung von Wohnhochhäusern behindern.

Untersuchungsaspekte und Projektziele

Das Projekt untersucht das Problemfeld aus fünf Blickwinkeln, die zusammen den Lebenszyklus-kontext neuer Wohngebäude abbilden. Dies umfasst den Wohnkontext, integriertes Entwerfen, technische Grundlagen, die Ausführungsqualität und die Ressourcennutzung.

Schaubild
Untersuchungsaspekte des CAMaRSEC Projektes. © Dirk Schwede

Alle diese Themen sind darauf ausgerichtet ein effektives System (governance framework) zur Förderung des nachhaltigen Bauens in Vietnam zu begründen. Der heutige Zustand wird dazu durch umfangreiche sozialwissenschaftliche Nutzerberfragungen und parallele ingenieurwissenschaftliche bauphysikalische Gebäudeaudits ermittelt. Weiterhin werden die Klimabedingungen in Bezug auf die Baupraxis und auch die heutige Baupraxis selbst analysiert. Ein zentrales Ergebnis des Projektes wird, basierend auf dieser interdisziplinären Problemanalyse und grundlegenden Forschung, der Aufbau einer bauphysikalischen Forschungsinfrastruktur zur Bestimmung von baupraktischen Materialkennwerten und zur wissenschaftlichen Materialforschung. Konkret wird ein Implementierungsplan für ein bauphysikalisches Labor und eine Freilandversuchsfläche für die Materialbewitterung erstellt.  Dadurch wird die Einführung eines fortschrittlichen ingenieurmäßigen Regelungsrahmens für eine ener-gieeffiziente und nachhaltige Baupraxis unterstützt. Zudem werden Maßnahmen zum Kompetenzaufbau in verschiedenen Phasen des Gebäudelebenszyklus implementiert.   

Freilandtesteinrichtung, Fraunhofer Institut für Bauphysik, Holzkirchen. © Dirk Schwede
Freilandtesteinrichtung, Fraunhofer Institut für Bauphysik, Holzkirchen. © Dirk Schwede

Beitrag zum nachhaltigen Bauen 

CAMaRSEC fördert die effektive Umsetzung und Weiterentwicklung von Baustandards und wird so effektiv zu einer energieeffizienten, ressourcenschonenden und allgemein nachhaltigen Baupraxis in Vietnam beitragen.

Die Projektaktivitäten sind eng verzahnt mit vom lokalen Bauministerium geförderten Plänen zur Einrichtung bauphysikalischer Testanlagen durch den Projektpartner Vietnamese Institut for Materials, Pläne der National University of Civil Engineering und Ton Duc Thang Universität zum Aufbau von Studienprogrammen zum energieeffizienten und nachhaltigen Bauen sowie auch zur Ausbildung von Bauschaffenden durch das College of Urban Works Construction. Auch ergänzt CAMaRSEC komplementär Projekte anderer Akteure (z.B. UNDP, IFC, GIZ) zur Einführung ressourcenschonender Bauweisen und zur Umsetzung des neunen nationalen Energiestandards. CAMaRSEC eröffnet so große Potentiale für eine weitreichende Wirkung.

Das Projekt leistet einen praxisorientierten Beitrag zur globalen Energie- und Ressourcenwände in der Bauindustrie über Vietnam hinaus in der tropischen Weltregion mit seiner anhaltend rasanten sozioökonomischen Entwicklung.

Projektstart CAMaRSEC

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Projektstart CAMaRSEC
Das CLIENT II Projekt CAMaRSEC ist am 10. Oktober mit einer Auftaktkonferenz und der Einweihung des lokalen Projektbüros in Hanoi feierlich gestartet.