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Fast Facts
Nachhaltige Energiesysteme
Klimaschutz/Energieeffizienz
Regionaler Schwerpunkt
Ghana
Laufzeit
01.06.2019 - 31.05.2022
Fördervolumen
2.214.696 €
Förderkennzeichen
03SF0567A-G
Kontakt

Koordinator: Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Adresse: Grantham-Allee 20, 53757 Sankt Augustin

 

Ansprechpartnerin: Prof. Dr. Stefanie Meilinger

Tel.: +49 2241 865 718

E-Mail: stefanie.meilinger@h-brs.de

 

Ansprechpartnerin: Prof. Dr. Katja Bender

Tel.: +49 2241 865 7 9660

E-Mail: katja.bender@h-brs.de

 

 

Projektpartner in Deutschland

  • European Association of Development Research and Training Institutes e.V., Bonn
  • Reiner Lemoine Institut gGmbH, Berlin
  • Technische Hochschule Köln
  • Universität Augsburg
  • WestfalenWIND Beyond GmbH & Co. KG, Stadt

 

Projektpartner in Ghana

  • Kwame Nkrumah University of Science and Technology, Kumasi (Ghana)
  • University for Development Studies - UDS, Tamale/ Wa (Ghana)
  • West African Climate Service Center and Adapted Land Use Competence Center – WASCAL (Ghana)
  • UMAWA LtD (Ghana)
EnerSHelf

EnerSHelf – Energieversorgung für Gesundheitseinrichtungen in Ghana

Wie in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern, kommt es auch in Ghana immer wieder zu Stromausfällen. Hinzu kommt die Instabilität des Stromnetzes. Beides führt zu erheblichen Beeinträchtigungen im Gesundheitssektor, da das Licht im Operationssaal fehlt oder lebensrettende medizinische Geräte ausfallen können. Obwohl Strom aus Photovoltaikanlagen (PV) hier Abhilfe schaffen könnte, ist der PV-Markt in Ghana noch relativ unerschlossen. Im deutsch-ghanaischen Verbundvorhaben EnerSHelf arbeiten Fachleute aus Wissenschaft und Praxis unterschiedlichster Disziplinen gemeinsam sowohl an technischen als auch politökonomischen Fragen zur Verbesserung und Verbreitung marktfähiger PV-basierter Energielösungen für Gesundheitseinrichtungen in Ghana.

Mangel an Energie- und Gesundheitszugang

Die junge Demokratie Ghana gehört zu der Gruppe der Länder mit einem (unteren) mittleren Einkommen, und hat in den letzten zwei Jahrzehnten bedeutende Entwicklungserfolge erzielt. Diese sind jedoch durch einen eingeschränkten Zugang zu Energie gefährdet. Seit 2011 kommt es immer wieder zu Stromausfällen (“dumsor”) und Instabilität des öffentlichen Stromnetzes. Die Energiekrise beeinträchtigt erheblich die Leistungsfähigkeit des ghanaischen Gesundheitssektors und verstärkt damit bereits vorhandene Probleme im Zugang zu Gesundheitsdiensten. Die gegenwärtige ghanaische Regierung hat sich selbstverpflichtet, bis zum Ende der aktuellen Legislaturperiode 2021 einen universellen Zugang zu Energie sicherzustellen. Erneuerbare Energien, insbesondere auch Photovoltaik (PV), gelten dabei als wichtige Lösungsansätze.

Trotz guter Einstrahlungsbedingungen ist der Solarmarkt in Ghana noch relativ unerschlossen. Obwohl PV-Technologien bereits in den 1990ern in Ghana eingeführt wurden, ist ihre Verbreitung bisher gering. Der ghanaische Gesundheitssektor ist aus Unternehmensperspektive ein besonders interessanter Zielmarkt: Aufgrund bestehender hoher Stromkosten und instabiler Netze sowie der Verwendung von Diesel-Generatoren als Back-up, werden PV-Systeme normalerweise finanziell rentabel. Der Gesundheitssektor kann auch als Türöffner dienen, um PV am ghanaischen Markt weiter zu etablieren. Die Rentabilität von Ansätzen hängt aber auch von der Berücksichtigung landes- und sektorspezifischer Faktoren bei der Systemplanung und der Betriebsführungsoptimierung ab, und bedarf zudem eines besseren Verständnis von Nachfragestrukturen und lokaler Variabilität vorhandener Solarressourcen sowie eines guten Verständnisses der institutionellen Rahmenbedingungen.

Interdisziplinäre Suche nach Lösungen

Innerhalb des Projektes arbeiten verschiedenste Disziplinen gemeinsam: Aus entwicklungsökonomischer Perspektive sollen Optionen zur Stärkung der Governancestrukturen im ghanaischen Energie- und Gesundheitssektor erarbeitet werden. Basis dafür sind empirische Analysen der Barrieren und Treiber eines institutionellen Wandels hin zu einer nachhaltigen Energiewende sowie des Entscheidungsverhaltens von Entscheidungsträgern in Gesundheitseinrichtungen und Unternehmen hinsichtlich der Adoption von PV-Lösungen. Aus technischer Sicht stehen zunächst Feldtests von PV-basierte Lösungen sowie die Verbesserung Datenlage im Vordergrund (Energiemeteorologische Daten und Lastdaten). Die Daten dienen als Input neu entwickelter Tools und Algorithmen. Hierdurch soll eine höhere Zuverlässigkeit der Planung, Auslegung und Steuerung von PV-Diesel-Hybridsystemen sowie eine kontextspezifische Elektrifizierungsstrategie erreicht werden.

Installierte PV Module, St. Dominic's Hospital Akwatia, Ghana. © Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, EnerSHelf Projekt
Installierte PV Module, St. Dominic's Hospital Akwatia, Ghana. © Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, EnerSHelf Projekt

Durch die Zusammenarbeit zwischen technischen Disziplinen (Ingenieur-und Naturwissenschaften) und Gesellschaftswissenschaften (Entwicklungsökonomie) kann innerhalb des Projektes ein integratives Verständnis des Zusammenspiels von institutionellem und technologischem Wandel im Gesundheits-Energie-Nexus gewonnen werden. Dabei geht es insbesondere um die Frage, wie die Wechselwirkungen zwischen Entwicklung und Verbreitung technologischer Lösungen und dem spezifischen institutionellen und politökonomischen Länderkontext funktioniert

Beitrag zur Nachhaltigen Entwicklung

Das Vorhaben kann mittelbar zu einer nachhaltigen ökonomischen, ökologischen und sozialen Entwicklung beitragen: Eine beschleunigte Diffusion von integrativen und zuverlässigen PV-Lösungen unterstützt eine Erhöhung des Marktanteils erneuerbarer Energien und damit eine Stärkung der Nachhaltigkeit des nationalen Energiesystems. Letzteres hat positive ökologische Auswirkungen durch eine Reduzierung von Emissionen und Dieselverbrauch. Darüber hinaus ermöglichen ein verbesserter Energiezugang und reduzierte Kosten der Energieversorgung eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Damit kann langfristig eine verbesserte Gesundheit der Bevölkerung befördert werden – ebenfalls unterstützt durch eine Reduzierung der negativen Gesundheitseffekte von Dieselemissionen.

Grundpfeiler für die Sicherstellung der Ergebnisverwertung ist die enge Zusammenarbeit ghanaischer und deutscher Stakeholdern bereits während der Projektlaufzeit. Dies erhöht die Wahrnehmung von und das Vertrauen in Projektergebnisse und damit die Wahrscheinlichkeit ihrer Weiterverwendung. Die Projektpartner agieren zudem selber als Multiplikatoren. Um zu erreichen, dass die Erkenntnisse des Projektes über das Projektteam hinaus Wirkung entfalten, wird ein evidenzbasierter Lernprozess mit relevanten nationalen und internationalen Stakeholdern initiiert, um so die Verbreitung PV-basierter Energielösungen im Gesundheitssektor zu unterstützen und die intersektorale und internationale Übertragbarkeit erzielter Ergebnisse zu überprüfen.

Teilnehmer am Stakeholder Workshop in Accra. © Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, EnerSHelf Projekt
Teilnehmer am Stakeholder Workshop in Accra. © Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, EnerSHelf Projekt