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Fast Facts
Naturrisiken
Landmanagement
Anpassung an den Klimawandel
Regionaler Schwerpunkt
Chile
Ecuador
Peru
Laufzeit
01.11.2017 - 31.10.2020
Fördervolumen
3.896.689 €
Kontakt

Koordinator: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) - Deutsches Fernerkundungsdatenzentrum (DFD)

Ansprechpartnerin: Dr. Elisabeth Schöpfer

Adresse: Münchener Straße 20, 82234 Weßling

Tel.: +49 8153 28-1508

E-Mail: elisabeth.schoepfer@dlr.de

 

Projektpartner:

  • Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungs-Zentrum, Potsdam
  • Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven
  • Technische Universität München, München
  • 52°North GmbH, Münster
  • geomer GmbH, Heidelberg
  • EOMAP GmbH & Co. KG, Seefeld
  • plan + risk consult, Dortmund
  • DIALOGIK gemeinnützige GmbH, Stuttgart

 

Projektpartner in Chile, Ecuador und Peru (Auswahl):

 

Chile:

  • Centro de Investigación para la Gestión Integrada del Riesgo de Desastres (CIGIDEN)
  • Oficina Nacional de Emergencia del Ministerio del Interior (ONEMI)
  • Servicio Hidrográfico y Oceanográfico de Armada de Chile (SHOA)

 

Ecuador:

  • Instituto Geofísico (IGEPN)
  • Instituto de Investigación Geológico y Energético (IIGE)
  • Secretaría de Educación Superior Ciencia, Tecnología e Innovación (SENESCYT)
  • Servicio Nacional de Gestión de Riesgos y Emergencias (SNGRE)

 

Peru:

  • Centro Nacional de Estimación, Prevención y Reducción del Riesgo de Desastres (CENEPRED)
  • Centro Nacional de Planeamiento Estratégico (CEPLAN)
  • Centro Peruano-Japonés de Investigaciones Sísmicas y Mitigación de Desastres (CISMID)
  • Instituto Geofísico del Perú (IGP)
  • Instituto Nacional de Defensa Civil (INDECI)
RIESGOS

Multi-Risiko Analyse und Informationssystemkomponenten für die Andenregion

Die Andenregion ist multiplen Naturgefahren ausgesetzt. Diese umfassen häufig Erdbeben sowie vulkanische Aktivität, aber auch Dürren und Flutereignisse. Die Verflechtungen zwischen Naturgefahren und kaskadierenden Effekten – z.B. durch Erdbeben erzeugte Tsunamis – führen häufig zu zerstörerischen Folgen für die Gesellschaft. Im Verbundprojekt RIESGOS arbeiten deutsche, chilenische, ecuadorianische und peruanische Fachleute verschiedener Disziplinen zusammen und entwickeln wissenschaftliche Methoden zur Bewertung von komplexen Multi-Risiko Situationen. Die Ergebnisse sollen in Form von Webdiensten in einen Demonstrator für ein Multi-Risiko-Informationssystem überführt werden.

Georisiken besser verstehen

Die direkte Nähe zu einer aktiven Subduktionszone verursacht in der Andenregion ein häufiges Auftreten von Erdbeben und vulkanischer Aktivität. Zusätzlich treten regelmäßig Dürren sowie Flutereignisse auf, die primär durch das El-Niño-Phänomen induziert werden.

Ziel des Projektes RIESGOS ist die Entwicklung von Forschungsmethoden zur Analyse komplexer Multi-Risiko Situationen und damit verbundenen kaskadierenden Effekte in ausgewählten Regionen in Chile, Ecuador und Peru. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Ergebnisse werden durch die Entwicklung von entsprechenden Webservices in einen Demonstrator überführt, welcher modular und flexibel aufgebaut als Multi-Risiko-Informationssystem dienen soll. Dadurch können die Ergebnisse mit Kooperationspartnern in den ausgewählten südamerikanischen Andenländern zielgerichtet ausgetauscht werden. Dank der Nutzung anerkannter Standards können zudem auch deren eigenen Dienste in den Demonstrator integriert werden.

Tsunami-Warnschild an der peruanischen Küste vor der Hauptstadt Lima. © DLR, Dr. Elisabeth Schöpfer
Tsunami-Warnschild an der peruanischen Küste vor der Hauptstadt Lima. © DLR, Dr. Elisabeth Schöpfer

Die Ergebnisse und Entwicklungen sollen Behörden aus dem Katastrophenrisikomanagement und dem Zivilschutz zugänglich gemacht werden. Sie sollen ihnen ermöglichen, komplexe Multi-Risiko Szenarien zu analysieren, Risiken zu reduzieren und das Katastrophenmanagement zu verbessern.

Von der Gefährdungsbeurteilung von Einzelrisiken zur Multi-Risiko Bewertung

RIESGOS nutzt Ansätze aus verschiedenen Disziplinen wie zum Beispiel der Geophysik, Hydrologie, Geologie, Geographie, Geostatistik und Fernerkundung sowie bestehende Initiativen und Dienste der südamerikanischen Partner. Für insgesamt fünf verschiedene Naturgefahren werden unterschiedliche Szenarien entwickelt. Dazu zählen Erdbeben, Hang-rutschungen, Vulkane, Hochwasser und Tsunamis sowie deren mögliche Wechselwirkungen. Die Forschungsarbeiten im Themenfeld der Exposition in Bezug zu multiplen Naturgefahren reichen von der Analyse von Erdbeobachtungsdaten bis hin zum Einsatz von innovativen Techniken der in-situ-Datenerfassung mit dem Ziel integrierte Expositionsmodelle zu entwickeln. Darüber hinaus soll die Analyse der dynamischen Vulnerabilität im Kontext multipler Naturgefahren, einschließlich struktureller, sozialer und systemischer Aspekte, zu neuen Modellen mit Raum-Zeit-abhängigen Komponenten führen. Dabei werden kaskadierende Effekte, die das Risiko deutlich erhöhen, identifiziert und probabilistisch modelliert.

Die Entwicklung eines Demonstrators für ein Multi-Risiko-Informationssystem ist eines der Hauptziele des Projektes. In enger Zusammenarbeit mit den südamerikanischen Projektpartnern wird dafür ein modulares Systemkonzept erstellt und entwickelt. Zentrale Elemente des RIESGOS Informationssystemkonzeptes sind dabei webbasierte Dienste, die einen offenen und flexiblen Zugriff auf dezentrale Daten- und Rechendienste ermöglichen. Der Demonstrator soll die Fähigkeit besitzen, die einzelnen Webdienste zielgerichtet zu kombinieren und zu verwalten, so dass ein zukünftiger Nutzer des Demonstrators selbständig verschiedene Multi-Risiko Szenarien erkunden und auswerten kann. Ein entscheidender Mehrwert dieses modularen und interoperablen Ansatzes ist die Möglichkeit unterschiedliche Webdienste in bestehende Systemumgebungen zu integrieren.

Um Multi-Risiko Situationen besser verstehen, beschreiben und quantifizieren zu können, arbeitet RIESGOS mit Fallstudien in ausgewählten Pilotregionen in Chile, Ecuador und Peru. Diese stellen realistische Multi-Risiko Situationen inklusive kaskadierender Effekte dar. In der Region Valparaíso sowie im Großraum Lima werden vor allem Erdbeben, Tsunami und kritische Infrastruktur untersucht. In Quito bzw. der Region Cotopaxi stehen Lahare, Hangrutschungen, Hochwasser und ebenfalls kritische Infrastruktur im Fokus.

Für eine praktische Anwendung

Der RIESGOS Ansatz orientiert sich an den Bedürfnissen der potentiellen Nutzer und der praktischen Anwendbarkeit. Während der gesamten Projektlaufzeit wird ein enger Kontakt mit nationalen und lokalen Behörden und zivilgesellschaftlichen Organisationen aus dem Bereich des Katastrophenrisikomanagements gehalten, um sicherzustellen, dass sowohl die Anforderungen der Nutzer als auch das Feedback zu Zwischenergebnissen im Laufe des Entwicklungsprozesses gezielt erfasst und bestmöglich integriert werden.

Ergänzt wird die Entwicklung des Demonstrators durch Initiativen des deutschen Konsortiums und der südamerikanischen Partner, die die Anwendbarkeit für die Risikokommunikation mit Akteuren aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie für die Raumplanung bewerten und testen.

Im Laufe von RIESGOS wird außerdem das Potential für eine mögliche wirtschaftliche Nutzung der entwickelten Dienste analysiert.

Gefahr durch Vulkanaktivität ist im Nationalpark Cotopaxi gegenwärtig. © DLR, Dr. Elisabeth Schöpfer
Gefahr durch Vulkanaktivität ist im Nationalpark Cotopaxi gegenwärtig. © DLR, Dr. Elisabeth Schöpfer